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Antigentests im Schnell­verfahren

14.04.2022 - Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig schnelle und genaue Testverfahren zur Diagnose von Krankheiten sind. An der Spitze dieser stehen automatische Analysatoren.

Antigentests im Schnell­verfahren

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Ein Lifestyleprodukt, welches mit nur wenigen Tropfen Blut Krankheiten genau diagnostizieren und automatisch Antibiotika verabreichen kann, das war das Versprechen des Medizin-Startups Theranos. Die Geschäftsidee, Tests in kurzer Zeit mit einer minimalen Menge an Blut durchzuführen, versprach Milliardenumsätze. Das Unter­nehmen hatte einen Spitzenwert von 9 Milliarden Dollar, bis es 2015 durch einen Whistleblower ins Visier der Aufsichtsbehörden geriet. Diese mussten feststellen, dass das angebliche Wunder-Lifestyle-Produkt keine verlässlichen Resultate lieferte. Es wurde auch festgestellt, dass falsche Ergebnisse systematisch geheim gehalten wurden. Das Unter­nehmen wurde liquidiert, die Gründer angeklagt.

Viele Tests in kurzer Zeit

Unmögliches Verfahren?

Dabei versprach die eigentliche Geschäftsidee Tests in kurzer Zeit, mit einer minimalen Menge an Reagenzmitteln, kostengünstig durchzuführen, Milliardenumsätze. Sie griff an den Hauptproblemen der momentanen Diagnostik an: hohe Kosten, lange Durchlaufzeiten und eine große Menge an Substraten, die für die Tests verbraucht werden. Es ist allerdings möglich, all diese Faktoren zu reduzieren.

Sogenannte Immunassays sind biochemische Tests, die in der Lage sind, mithilfe von Antikörpern Rückschlüsse auf die Konzentration eines Moleküls zu geben. Bekanntestes Beispiel dürften wohl die durch die Pandemie bekannt gewordenen PCR-Tests sein. Hierbei handelt es sich um einen sogenannten CLIA (ChemiLuminescent ImmunoAssay), welche wegen ihrer hohen Empfindlichkeit im Detektionsverfahren zum Einsatz kommen.

Ein ganzes Labor in einem Gehäuse

Hightech-Labor

Immunassays werden verwendet, um Tumor- oder Kardiale-Marker, Allergien, Krankheitserreger, Drogenmissbrauch oder sogar Immunologie mit hoher Genauigkeit nachzuweisen. Darüber hinaus wird das Verfahren auch in der Wirkstoffforschung zur Entwicklung neuer Medikamente genutzt. Es ist also verständlich, dass der Bedarf nach innovativen Analyseverfahren in den letzten Jahren drastisch zunahm.

Das Wortspiel “KleeYa®” trägt der neue CLIA-Analysator von Diatron, eine Tochterfirma des führenden Anbieters für automatische Laboranwendungen Stratec. Bei diesem Gerät selbst handelt es sich allerdings quasi um ein au­to­mati­sches Labor in einem Gehäuse. Wie bei einem Drucker müssen lediglich Kartuschen für die Reaktionsmittel und Teströhrchen in die jeweiligen Fächer eingefüllt werden, der Rest geschieht automatisch.

Der Analysator von Diatron ist mit 280 kg zwar nicht so handlich wie das von Theranos versprochene Pflaster, ist dafür aber in der Lage, innerhalb kürzester Zeit Proben für ein breites Spektrum an Tests durchlaufen zu lassen. Auch verbraucht die Maschine dabei nur ein Minimum an Chemikalien. Im Gegensatz zu den Patches von Theranos liefert KleeYa allerdings Ergebnisse von höchster Präzision. Da vom Vorbereiten und Durchführen, bis hin zur Auswertung und Entsorgung der Proben alle Schritte automatisiert im Inneren der Maschine durchgeführt werden, sinkt so auch das Risiko einer Kontamination erheblich. Die KleeYa Anlage stellt damit eine wertvolle und flexible Ergänzung für alle medizinischen Labore und Forschungseinrichtungen dar.

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Autor Alexander PischelAutor Alexander Pischel ist Innovations-Analyst bei den Alpha Star Fonds. Alpha Star verfolgt mit seinen Aktienfonds das Ziel, in innovative Qualitätsunternehmen aus dem Mittelstand zu investieren. Folgen Sie uns auf Linkedin: Alpha Star / Alexander Pischel.

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