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Mit Spezialstahl durch den Untergrund

20.04.2022 - Gasversorgung ist ein brandaktuelles Thema, doch wie entstehen die kilometerlangen Leitungen im Untergrund, über welche Gas in unsere Häuser gelangt?

Mit Spezialstahl durch den Untergrund

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Ein scheinbar endloses Netz aus Millionen von Kilometern an Kabeln, Rohren und Leitungen befindet sich direkt unter unseren Füßen, teils viele Meter im Boden vergraben. Mit steigender Bevölkerungsdichte, höher werdenden Anforderungen an Versorgung und Kommunikation, aufkommenden Innovationen und vielen anderen Treibern wächst dieses Netz jährlich rapide. Das Verlegen neuer Leitungen ist dabei in vielen Gebieten, wie beispielsweise Großstädten, nicht mehr oder nur noch in Verbindung mit gewaltigen Kosten, durch Öffnen des Grundes und verlegen der Leitung möglich.

Achse des Bohrers

Blick in den Boden

Hierbei handelt es sich nur um einen Fall, in dem das sogenannte direktionale Bohren zum Einsatz kommt. Die Technologie ist zu weit mehr imstande, als senkrechte Löcher in den Boden zu fräsen. Wie ein unterirdisches Fahrzeug können die Bohrköpfe im Untergrund navigieren und dabei sogar Kurven steuern. Aber wie kann man sehen, wohin man das tonnenschwere Konstrukt lenkt?

Hierfür sind sensible Messeinrichtungen nötig, welche mithilfe magnetischer Felder ihre Position genau bestimmen und durch den Boden navigieren können. Allerdings sind diese so empfindlich, dass sie von kleinsten Schwankungen gestört werden können, z.B. durch magnetische Felder, die durch meterlange rotierende Bohrachsen im Boden entstehen.

Nicht magnetischer Stahl

Perfektion auf atomarer Ebene

Die magnetischen Eigenschaften entstehen durch um sich selbst rotierende Elektronen. Physiker nennen diesen Effekt auch Spin. In Metallen sind Atome gitterförmig angeordnet, was deren Elektronen eine freiere Bewegung ermöglicht. Deshalb besitzen auch viele Metalle gut leitende Eigenschaften. Die Zusammensetzung von rostfreiem Stahl begünstigt diese Eigenschaften. Mit speziellen Verfahren ist es allerdings möglich, die Entstehung von magnetischen Eigenschaften zu unterbinden.

Seit über 130 Jahren hat sich die Firma Scholler-Bleckmann auf die Produktion von hochqualitativen Spezialstähle und deren Verwendung in der Bohrtechnik spezialisiert. Bereits Mitte der 50er Jahre konnte das Unter­nehmen einen Durchbruch für die Seefahrt mit seinem Spezialstahl erzielen. Dieser war genauso resistent wie herkömmlicher Stahl, beeinflusste allerdings nicht die sensible Kompassnadel.

Heute ist SBO durch kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovation ihrer Stahlqualität Marktführer für Hochpräzisionsteile bei Bohranwendungen. Aus dem nicht-magnetischen Stahl wird die hohle Achse des Bohrers zusammengesetzt, durch welche das Schmiermittel fließt und welche sich, wie eine Kanüle, präzise durch das Erdreich gräbt. Da diese über mehrere hundert Meter den Bohrkopf antreibt, ist eine hohe Stabilität und Beständigkeit essenziell. Materialeigenschaften, welche von SBO in ihrem Spezialstahl perfektioniert wurden.

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Autor Alexander PischelAutor Alexander Pischel ist Innovations-Analyst bei den Alpha Star Fonds. Alpha Star verfolgt mit seinen Aktienfonds das Ziel, in innovative Qualitätsunternehmen aus dem Mittelstand zu investieren. Folgen Sie uns auf Linkedin: Alpha Star / Alexander Pischel.

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